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Die beste Zeit zum Mieten in Barcelona ist etwa 15 € im Monat wert

Die beste Zeit zum Mieten in Barcelona ist etwa 15 € im Monat wert

Kurz gefasst

  • In den Rohdaten ist Januar bis März in 8 von 12 Jahren das günstigste Quartal, um einen Vertrag zu unterschreiben. Das täuscht aber größtenteils. In den meisten Jahren steigen die Preise, deshalb wirkt der Jahresanfang billig.
  • Vergleicht man jedes Quartal dagegen mit dem Jahr drumherum, bleibt von der Saison wenig übrig. Von Januar bis Juni liegt die Miete etwa 0,5 % unter dem Trend, von Juli bis September etwa 0,6 % darüber.
  • Die ganze Spanne liegt bei etwa 1,3 %. Bei einer durchschnittlichen Wohnung mit 71 m² sind das rund 15 € im Monat.
  • Das gilt in der ganzen Stadt. Juli bis September ist in 6 von 10 Bezirken das teuerste Quartal, Januar bis März in 6 von 10 das günstigste.
  • Einen Ansturm im Sommer zeigen die amtlichen Zahlen auch nicht. Im letzten Jahr ist die Miete pro m² um 4,3 % gestiegen, mehr als dreimal so viel wie die ganze saisonale Spanne.

Jeder hat eine Theorie, wann man in Barcelona am besten eine Wohnung sucht. Bloß nicht im September, wegen der Studenten. Bloß nicht im Sommer, weil dann alle umziehen. Ich wollte wissen, ob die amtlichen Zahlen das bestätigen.

Sie kommen von INCASÒL, der katalanischen Behörde, bei der Vermieter die Kaution des Mieters hinterlegen müssen. Jedes Quartal veröffentlicht sie die durchschnittliche Miete und die Zahl der neuen Verträge. Ich habe die Werte für die ganze Stadt von 2014 bis 2025 genommen (die Vertragszahlen beginnen 2015) und dazu die zehn Bezirke für dieselben Jahre.

Warum der Januar günstig aussieht

Quartal Wie oft es das günstigste Quartal seines Jahres war (2014–2025)
Januar–März 8
April–Juni 1
Juli–September 2
Oktober–Dezember 1

Wenn du hier aufhörst, unterschreibst du im Januar. In den meisten dieser Jahre ist die Miete aber von Quartal zu Quartal gestiegen. Da ist das erste Quartal eines Jahres fast zwangsläufig das günstigste. Das sagt mehr über den Trend als über die Jahreszeit.

Um die Jahreszeit für sich zu sehen, habe ich jedes Quartal mit dem Mittel der zwölf Monate verglichen, in deren Mitte es liegt. Ist ein Quartal teurer als das Jahr drumherum, dann ist es für die Jahreszeit teuer und nicht bloß, weil die Preise gestiegen sind.

Die Jahreszeit ohne den Trend

Quartal Miete pro m² ggü. dem Jahr drumherum Neue Verträge ggü. dem Jahresmittel
Januar–März −0,6 % +1,2 %
April–Juni −0,4 % −1,9 %
Juli–September +0,6 % −1,7 %
Oktober–Dezember +0,1 % +2,4 %

Bei den Verträgen fehlen 2020 und 2021. Damals hat die Pandemie ein Quartal leergefegt und das nächste wieder aufgefüllt.

Ein Muster gibt es also: In der ersten Jahreshälfte ist es etwas günstiger, im Sommer etwas teurer. Aber es ist klein. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Quartal liegen etwa 1,3 % oder 0,22 € pro m². Eine durchschnittliche Wohnung, die Anfang 2026 neu vermietet wurde, hatte 71 m². Dafür sind das etwa 15 € im Monat.

In den Bezirken zeigt sich dasselbe Bild. In sechs der zehn ist Juli bis September das teuerste Quartal, in sechs ist Januar bis März das günstigste. Selbst in Sarrià-Sant Gervasi, wo die Spanne am größten ist, liegen zwischen dem günstigsten und dem teuersten Quartal etwa 2,6 %.

Ein Detail lässt den Sommer schlechter aussehen, als er ist. Die Wohnungen, die von Juli bis September vermietet werden, sind im Schnitt etwas größer, um etwa 0,8 %. Deshalb schwankt die Monatsmiete etwas stärker als der Preis pro m². Für ein faires Bild vergleichst du besser pro m².

Einen Ansturm im Sommer gibt es auch nicht

Ich hatte erwartet, dass im Sommer am meisten los ist. Das stimmt nicht, zumindest nicht in diesen Daten. Von April bis September werden weniger Kautionen hinterlegt als im Schnitt, von Oktober bis Dezember etwas mehr.

Einen Haken gibt es allerdings. Ein Vermieter hat nach der Unterschrift bis zu zwei Monate Zeit, die Kaution zu hinterlegen. Ein Vertrag von Ende September kann also in den Zahlen für Oktober–Dezember auftauchen. Welcher Monat am meisten los ist, verraten die amtlichen Zahlen nicht. Sie zeigen nur, dass kein Quartal stark heraussticht.

Das Jahr zählt mehr als die Jahreszeit

Im letzten Jahr ist die Miete pro m² bei neuen Verträgen um 4,3 % gestiegen. Ende 2025 stieg sie um mehr als 7 % im Jahr. Daneben ist eine saisonale Spanne von 1,3 % nur Rauschen. In drei der letzten vier Quartale sind die Preise gestiegen. Wer auf eine günstigere Jahreszeit gewartet hätte, hätte also meistens draufgezahlt.

Das beschreibt die jüngste Vergangenheit und ist keine Prognose. Es ging auch schon in die andere Richtung: Den größten Teil von 2024 sind die Preise gefallen, da hätte sich Warten gelohnt. Die komplette Reihe steht auf der Seite zur Mietentwicklung. Warum es damals nach unten ging, erklärt der Beitrag darüber, was die Mietpreisbremse bewirkt hat.

Was diese Zahlen nicht verraten

  • Die Angebotspreise. Gezählt wird, was im Vertrag steht, und nicht, was im Inserat verlangt wurde. Gut möglich, dass die Inserate stärker mit der Jahreszeit schwanken als die Verträge.
  • Wie groß die Auswahl ist. In einem Quartal mit mehr Wohnungen auf dem Markt kann die Suche leichter sein, auch wenn der Preis gleich bleibt. Am nächsten kommen dem hier die Vertragszahlen, und die bewegen sich kaum.
  • Dein Viertel. Bei einzelnen Vierteln schwankt ein Quartal zu stark, um daraus eine Jahreszeit abzulesen. Der Mietrechner zeigt dir, wo deine Wohnung im Vergleich zum Schnitt ihres Viertels liegt.

Mein Rat: Unterschreib, wenn du die richtige Wohnung gefunden hast. Der Kalender ist etwa 15 € im Monat wert. Eine gute Wohnung im richtigen Viertel ist viel mehr wert.

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